Wohngebäude: Zahlt deine Versicherung bei Starkregen?

Video: Wohngebäude: Zahlt deine Versicherung bei Starkregen? Video · 4 Min

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Kapitel

  1. 0:00 Starkregen im Keller – wer zahlt?
  2. 0:20 Wohngebäudeversicherung 2026: Überblick
  3. 0:39 Unterversicherung durch steigende Baupreise
  4. 1:17 Elementarschutz fehlt bei jedem zweiten Gebäude
  5. 2:03 PV-Anlage: nicht automatisch versichert
  6. 2:38 Rhein-Neckar: Rückstau als unterschätztes Risiko
  7. 3:07 Prüfliste: drei Punkte für den Herbst
  8. 3:39 Artikel und Rückruf

Worum es geht

Nur gut die Hälfte aller Gebäude in Deutschland ist gegen Starkregen und Überschwemmung versichert – obwohl der Schutz verfügbar ist. Drei Lücken begegnen mir in der Beratung immer wieder: die Versicherungssumme, der fehlende Elementarbaustein und die nicht gemeldete PV-Anlage.

In diesem Video zeige ich dir, was du in einer halben Stunde in deiner eigenen Police prüfen kannst – bevor die Sturmsaison losgeht. Mit konkreten Zahlen aus 2025 und 2026 und einem klaren Tipp, worauf es bei Wohngebäudeversicherungen wirklich ankommt.

Zum ausführlichen Ratgeber: Wohngebäudeversicherung 2026: Was sich jetzt ändert – und warum ein Blick in die Police mehr wert ist als ein Online-Rechner

Das Video zum Nachlesen

Starkregen im Keller – wer zahlt?

Stell dir vor, du stehst im Keller, das Wasser steht knöchelhoch, und du greifst zum Telefon, um bei deiner Versicherung anzurufen. Und dann erfährst du: Starkregen ist nicht versichert. Nicht weil der Schaden zu groß ist. Sondern weil der Baustein einfach fehlt. Das ist kein Einzelfall. Das passiert gerade in dieser Region regelmäßig. Und es wäre in vielen Fällen vermeidbar.

Wohngebäudeversicherung 2026: Überblick

Mein Name ist Christian Willmann, freier Versicherungsmakler aus Mannheim-Rheinau. Ich schaue mir in der Beratung regelmäßig Wohngebäudepolicen an. Und ich sehe dabei immer wieder dieselben drei Lücken. Darum geht es heute. Am Ende dieses Videos weißt du, wo du in deiner eigenen Police nachschauen musst, und was du in einer halben Stunde selbst prüfen kannst.

Unterversicherung durch steigende Baupreise

Der erste Punkt ist die Versicherungssumme. Dein Haus ist heute wahrscheinlich teurer, als deine Police denkt. Die Baupreise für Wohngebäude lagen im Mai zweitausendsechsundzwanzig um fünf Prozent über dem Vorjahr. Und seit zweitausendzehn haben sie sich um neunundachtzig Prozent erhöht, laut Statistischem Bundesamt. Gute Verträge passen die Summe automatisch an, über den sogenannten gleitenden Neuwert. Aber der Index kennt keine Veränderungen an deinem Haus. Ausgebautes Dachgeschoss, neue Wärmepumpe, hochwertiges Bad, Wintergarten. Wenn das nie gemeldet wurde, passt die Bemessungsgrundlage nicht mehr. Und dann kürzt der Versicherer im Schaden anteilig. Auch bei kleinen Schäden.

Elementarschutz fehlt bei jedem zweiten Gebäude

Der zweite Punkt trifft noch mehr Menschen. Elementarschäden sind nicht automatisch mitversichert. Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel stecken im Grundschutz. Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch und Erdbeben dagegen nicht. Dafür brauchst du einen eigenen Baustein, der oft weitere Naturgefahren heißt. Bundesweit ist bislang nur gut die Hälfte der Gebäude umfassend gegen Naturgefahren abgesichert, laut G D V. Das ist die Lücke, die am teuersten wird. Denn ein Elementarschaden kostet im Schnitt rund viertausendsiebenhundert Euro je Fall, ebenfalls laut G D V. Das ist gut doppelt so viel wie ein typischer Sturm- oder Hagelschaden. Und politisch ist zwar eine Versicherungspflicht im Gespräch, aber ein fertiges Gesetz gibt es bis heute nicht. Ein Schaden hält sich nicht an Gesetzgebungsverfahren.

PV-Anlage: nicht automatisch versichert

Der dritte Punkt betrifft dich, wenn du in den letzten Jahren eine Photovoltaikanlage aufs Dach gebaut hast. Eine fest montierte Anlage ist in vielen Tarifen mitversichert, aber fast nie automatisch. Meldest du sie nicht, wertet der Versicherer das als Risikoerhöhung. Und im Streitfall stehst du mit Modulen, Wechselrichter und Speicher allein da. Dazu kommt: Der Grundschutz deckt Sturm, Hagel, Feuer und Blitz. Typische Schäden wie Tierbiss, Überspannung aus dem Netz oder Glasbruch stecken oft nur in erweiterten Bausteinen, manchmal gar nicht. Wer in den letzten zwei Jahren investiert hat und seitdem nichts gemeldet hat, hat hier den schnellsten Handlungsbedarf.

Rhein-Neckar: Rückstau als unterschätztes Risiko

Für die Rhein-Neckar-Region gilt das noch einmal besonders. Mannheim und Ludwigshafen liegen direkt am Rhein, Heidelberg am Neckar. Aber das Hauptproblem ist dort oft nicht das Flusshochwasser, sondern Starkregen, der die Kanalisation überlastet und über den Rückstau in den Keller drückt. Das trifft auch Häuser, die kilometerweit vom Wasser entfernt stehen. Badische Hausbesitzer profitieren noch vom Erbe einer alten Pflichtversicherung, die bis neunzehnhundertdreiundneunzig galt. Linksrheinisch in Ludwigshafen sieht die Vertragslage oft anders aus.

Prüfliste: drei Punkte für den Herbst

Mein Tipp ist einfach: Nimm dir einmal im Jahr den Versicherungsschein vor, am besten bevor die Sturmsaison losgeht. Drei Dinge reichen für den ersten Check. Erstens die Wohnfläche: Stimmt die Quadratmeterzahl noch, inklusive Ausbau? Zweitens der Elementarbaustein: Steht er drin? Und drittens gemeldete Technik: PV-Anlage, Wärmepumpe, Wallbox. Und wenn dein Vertrag älter als zehn Jahre ist, lohnt sich ein Blick auf die Bedingungen ohnehin. Nicht wegen des Beitrags, sondern weil sich der Leistungsumfang am Markt seitdem deutlich verändert hat.

Artikel und Rückruf

Den ausführlichen Artikel mit der vollständigen Prüfliste und allen Quellen findest du unter makler-willmann. de, der Link steht in der Beschreibung. Und wenn du unsicher bist, ob deine Police noch zu deinem Haus passt, schau ich sie mir gern gemeinsam mit dir an. Den Link zur Terminvereinbarung findest du ebenfalls in der Beschreibung. Danke fürs Zuschauen.