Mehrkostenversicherung in der Maschinenversicherung – Schutz vor Produktionsstillstand
Warum dieser Baustein bei einem Maschinenschaden entscheidend ist
Wenn eine deiner wichtigsten stationären Maschinen ausfällt, ist der Sachschaden an sich oft nur das kleinere Problem. Die Reparatur dauert Wochen, Ersatzteile müssen mühsam beschafft werden, aber deine Kunden warten auf ihre Lieferungen. Hier greift die Mehrkostenversicherung als wichtiger Baustein deiner Maschinenversicherung.
Was leistet die Mehrkostenversicherung?
Die reine Maschinenversicherung zahlt die Reparatur oder den Wiederbeschaffungswert des defekten Geräts. Sie übernimmt jedoch nicht die zusätzlichen Kosten, die anfallen, damit dein Betrieb während der Ausfallzeit irgendwie weiterläuft. Genau für diese finanziellen Mehraufwände kommt die Mehrkostenversicherung auf.
1. Mietkosten für Ersatzmaschinen. Wenn du dir für die Übergangszeit eine gleichwertige Maschine anmieten musst, um den Produktionsausfall zu überbrücken, übernimmt die Versicherung diese Mietgebühren.
2. Personalkosten für Sonderschichten. Müssen deine Mitarbeiter Überstunden machen oder am Wochenende arbeiten, um den Rückstand an einer anderen, langsameren Maschine aufzuholen, werden diese Schichtzulagen und Mehrlöhne erstattet.
3. Fremdarbeiten und Expresskosten. Musst du Aufträge vorübergehend an andere Betriebe vergeben, damit Lieferfristen eingehalten werden, oder entstehen hohe Kosten für den Eiltransport von Ersatzteilen, fängt die Versicherung diese Aufwendungen auf.
Wichtige Grenzen und Einschränkungen
Diese Absicherung gibt es in der Regel nur für stationäre Maschinen, also fest installierte Anlagen in deiner Werkstatt oder Produktionshalle. Zudem leistet der Versicherer nicht unbegrenzt. Es gibt immer einen vereinbarten Leistungszeitraum – oft drei bis zwölf Monate – sowie eine feste Höchstentschädigungsgrenze und einen zeitlichen oder finanziellen Selbstbehalt. Nach Ablauf dieses Zeitraums oder beim Erreichen der Summenbegrenzung musst du weitere Kosten wieder komplett selbst tragen.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis
In einem metallverarbeitenden Betrieb in Mannheim fällt die Haupt-CNC-Maschine wegen eines schweren Schadens für mehrere Wochen aus. Um einen wichtigen Großauftrag nicht zu verlieren, mietet der Betrieb eine mobile Ersatzmaschine an und lässt die Belegschaft in einer zusätzlichen Nachtschicht arbeiten. Die reine Reparatur der Maschine ist über die Maschinenversicherung gedeckt. Die zusätzlichen Mietkosten für das Ersatzgerät und die Zuschläge für die Nachtarbeit übernimmt die Mehrkostenversicherung.
Mein Tipp:
Schau dir deine Produktionskette genau an. Gibt es diese eine Schlüsselmaschine, ohne die in deinem Betrieb sofort alles stillsteht? Wenn ja, ist die Mehrkostenversicherung kein teurer Zusatz, sondern absolut notwendig. Achte bei der Vereinbarung darauf, dass der Leistungszeitraum lang genug gewählt ist. Eine zu kurz gewählte Haftzeit klingt im Angebot günstig, aber wenn Spezialteile aus Übersee kommen müssen, stehst du sonst schnell trotz Versicherung ohne Geld da.
Als dein freier Versicherungsmakler analysiere ich mit dir deinen Maschinenpark. Wir klären im persönlichen Gespräch, für welche deiner stationären Anlagen dieser Zusatzschutz sinnvoll ist und wie hoch wir die Versicherungssumme ansetzen müssen.
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Quellen
Der Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung.
Häufige Fragen
Was genau ist eine Mehrkostenversicherung und was unterscheidet sie von der normalen Maschinenversicherung?
Die normale Maschinenversicherung bezahlt nur die Reparatur oder den Ersatz einer kaputten Anlage. Die Mehrkostenversicherung übernimmt dagegen die Kosten, die entstehen, damit dein Betrieb trotzdem weiterläuft. Dazu gehören zum Beispiel Mietgebühren für Ersatzgeräte oder Lohnzuschläge für Sonderschichten.
Was ist der Unterschied zwischen einer Mehrkostenversicherung und einer Betriebsunterbrechungsversicherung?
Eine Betriebsunterbrechungsversicherung ersetzt dir den entgangenen Gewinn und fängt deine laufenden Fixkosten auf, wenn deine Produktion komplett stillsteht. Die Mehrkostenversicherung greift dagegen schon vorher: Sie bezahlt die Extrakosten, mit denen du einen solchen Stillstand durch Sofortmaßnahmen aktiv verhinderst.
Gibt es eine Mehrkostenversicherung auch für meine IT und Elektronik?
Ja, dieser Schutz existiert auch als wichtiger Baustein einer Elektronikversicherung. Fällt beispielsweise dein Server aus, übernimmt die Versicherung die Kosten für das Ausweichen auf ein externes Rechenzentrum oder die Express-Miete von Ersatz-Hardware.
Zahlt die Versicherung unbegrenzt, bis meine Maschine wieder einsatzbereit ist?
Nein, hier gibt es klare Grenzen, über die wir offen sprechen müssen. Die Versicherung leistet nur für einen vereinbarten Haftungszeitraum – meist drei bis zwölf Monate – und bis zu einer festen Höchstsumme. Dauert der Ausfall länger oder wird er teurer, zahlst du die weiteren Kosten wieder selbst.
Wie heißt die Mehrkostenversicherung auf Englisch, wenn ich mit internationalen Partnern verhandle?
Im internationalen Geschäft wird diese Absicherung meistens als „Extra Expense Insurance“ bezeichnet. Sie funktioniert nach dem gleichen Prinzip und fängt zusätzliche Betriebskosten auf, damit Lieferfristen gegenüber deinen ausländischen Kunden eingehalten werden.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Maschinenversicherung von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
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