Mehrkostenversicherung in der Elektronikversicherung
Was dieser Baustein bei einem Elektronikausfall leistet
Ein technischer Defekt an deiner IT oder deinen Kommunikationsanlagen kann deinen Betrieb schnell lahmlegen. Die reine Reparatur des Geräts ist das eine. Doch oft entstehen die eigentlichen Kosten erst dadurch, dass du den laufenden Betrieb provisorisch aufrechterhalten musst. Hier greift die Mehrkostenversicherung als wichtiger Baustein deiner Elektronikversicherung.
Was genau leistet die Mehrkostenversicherung?
Die Elektronikversicherung übernimmt den Sachschaden am beschädigten Gerät selbst. Die Mehrkostenversicherung fängt dagegen die finanziellen Belastungen ab, die entstehen, damit deine Arbeit weitergehen kann. Sie übernimmt alle zusätzlichen Aufwendungen, die über deinen normalen Betriebsaufwand hinausgehen, um die Ausfallzeit zu überbrücken.
Typische Beispiele aus der Praxis
Stell dir vor, die EDV-Anlage deines Mannheimer Büros fällt durch eine Überspannung aus. Die Hardware muss ersetzt werden, was einige Tage dauert. Damit deine Mitarbeiter handlungsfähig bleiben, musst du improvisieren. Die Mehrkostenversicherung übernimmt in solchen Fällen folgende Positionen:
1. Provisorien und Mietgeräte. Du mietest für die Übergangszeit Ersatzgeräte an, damit dein Team weiterarbeiten kann und Kundenaufträge nicht liegenbleiben.
2. Fremdleistungen und Lohnfertigung. Ein grafischer Betrieb kann seine eigenen Systeme für die Satz- und Reprotechnik vorübergehend nicht nutzen. Um Fristen einzuhalten, vergibt er Aufträge an einen Dienstleister. Die Differenz zu den eigenen Produktionskosten wird erstattet.
3. Einmalige Umprogrammierung. Wenn provisorische Behelfsgeräte eingerichtet und auf deine verbleibenden Systeme abgestimmt werden müssen, sind die dafür anfallenden Dienstleisterkosten abgedeckt.
Wo die Grenzen der Absicherung liegen
Die Mehrkostenversicherung zahlt nicht unbegrenzt. Im Vertrag werden eine feste Versicherungssumme und eine sogenannte Haftzeit vereinbart. Diese Haftzeit definiert den maximalen Zeitraum – individuell vereinbar, zum Beispiel sechs Monate –, für den der Versicherer die Mehrkosten übernimmt. Dauert der Ausfall länger, weil zum Beispiel Ersatzteile für eine medizintechnische Anlage lange Lieferzeiten haben, trägst du die Kosten danach selbst. Zudem werden nur echte Mehrkosten ersetzt. Deine regulären Betriebskosten, die ohnehin angefallen wären, sind nicht versichert.
Mein Tipp:
Unterschätze niemals die Lieferzeiten moderner Technik. Viele Betriebe wählen eine zu kurze Haftzeit, weil sie denken, dass bis dahin längst alles wieder läuft. Wenn du aber hochspezialisierte Mess- und Prüftechnik nutzt, kann die Beschaffung von Ersatzteilen deutlich länger dauern. Ich empfehle dir, den schlimmsten Fall realistisch durchzuspielen und die Haftzeit im Zweifel lieber großzügiger – mindestens sechs Monate, besser ein Jahr – zu wählen. Als dein freier Versicherungsmakler in Mannheim helfe ich dir dabei, diese Risiken für deinen Betrieb richtig einzuschätzen.
Gemeinsam prüfen wir deine technischen Anlagen und ermitteln, welche Ausweichmöglichkeiten du im Ernstfall hast. Auf dieser Basis bestimmen wir die passende Versicherungssumme und Haftzeit für deine Elektronikversicherung.
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Quellen
- Klauseln zu den Allgemeinen Bedingungen für die Elektronikversicherung (TK ABE 2020) – GDV
- Technische Versicherungen – GDV
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen der normalen Elektronikversicherung und der Mehrkostenversicherung?
Die Elektronikversicherung bezahlt den reinen Sachschaden, also die Reparatur oder den Ersatz deiner beschädigten Geräte. Die Mehrkostenversicherung fängt die zusätzlichen Kosten auf, die entstehen, damit dein Betrieb trotz des Schadens provisorisch weiterlaufen kann.
Welche Kosten übernimmt die Mehrkostenversicherung im Ernstfall konkret?
Sie übernimmt zum Beispiel die Miete für Ersatzgeräte, die einmalige Umprogrammierung von Systemen oder die Kosten für externe Dienstleister, wenn du Arbeiten auslagern musst. Erstattet werden alle Aufwendungen, die über deinen normalen Betriebsaufwand hinausgehen, um den Ausfall zu überbrücken.
Zahlt die Versicherung so lange, bis meine IT wieder komplett läuft?
Nein, es gibt eine zeitliche Grenze, die sogenannte Haftzeit. Diese ist je nach Vertrag frei vereinbar – etwa sechs oder zwölf Monate; die GDV-Musterbedingungen sehen als Standardwert ein Jahr vor. Dauert der Ausfall wegen Lieferproblemen länger, musst du die weiteren Mehrkosten nach Ablauf dieser Zeit selbst tragen.
Sind meine normalen laufenden Betriebskosten über diesen Baustein auch abgesichert?
Nein, deine regulären Betriebskosten wie Gehälter oder Miete, die ohnehin anfallen, sind nicht versichert. Die Mehrkostenversicherung kommt ausschließlich für die zusätzlichen Ausgaben auf, die direkt durch die Überbrückung des Schadens entstehen.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Elektronikversicherung von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
Bilder sind KI-generiert