Freistellungsklausel (Company Reimbursement) in der D&O-Versicherung verstehen
Wie der Zahlungsfluss bei Ansprüchen gegen die Geschäftsführung geregelt ist
Wenn du als Geschäftsführer oder Vorstand die Verantwortung für ein Unternehmen trägst, haftest du bei Fehlern schnell mit deinem privaten Vermögen. Die D&O-Versicherung schützt dich vor diesem Risiko. Ein wichtiger Baustein in diesen Verträgen ist die Freistellungsklausel, im Englischen oft als Company Reimbursement bezeichnet. Sie regelt den Zahlungsfluss, wenn ein Schaden entsteht.
Wie funktioniert die Freistellungsklausel?
Normalerweise schützt die D&O-Versicherung dich als versicherte Person direkt. Wenn jedoch ein Dritter – zum Beispiel ein Lieferant oder ein Kunde – Ansprüche gegen dich persönlich erhebt (Außenhaftung), greift in vielen Fällen zunächst das eigene Unternehmen ein. Die Firma stellt dich von der Haftung frei und zahlt den Schaden an den Dritten. Dadurch ist dein privates Vermögen sofort geschützt.
Durch diese Zahlung hat nun aber das Unternehmen einen finanziellen Verlust erlitten. Hier kommt das Company Reimbursement ins Spiel: Der Anspruch auf die Versicherungsleistung geht in diesem Fall auf das Unternehmen über. Der Versicherer erstattet die Summe direkt an die Firma zurück. Der Schadensfall verlagert sich also rechtlich und finanziell auf den Versicherungsnehmer, also das Unternehmen.
Ein konkretes Praxisbeispiel
Stell dir vor, du leitest eine mittelständische GmbH in Mannheim. Durch einen Fehler bei einer Vertragsverhandlung fordert ein Vertragspartner 100.000 Euro Schadenersatz von dir persönlich. Deine GmbH möchte nicht, dass du privat dafür aufkommen musst, und bezahlt den Betrag an den Partner. Dank der Freistellungsklausel holt sich deine GmbH die 100.000 Euro im nächsten Schritt von der D&O-Versicherung zurück.
Wo die Grenzen liegen
Diese Klausel funktioniert nur, solange dein Unternehmen liquide ist und dich auch tatsächlich freistellen kann. Im Fall einer Insolvenz sieht die Welt anders aus. Wenn das Unternehmen zahlungsunfähig ist, kann es dich nicht mehr freistellen. Dann fordert der Insolvenzverwalter oft Schadensersatz direkt von dir im Innenverhältnis. In dieser Situation schützt dich die D&O-Versicherung weiterhin direkt, aber das Company Reimbursement greift nicht mehr, da keine Freistellung durch die Firma stattgefunden hat.
Mein Tipp:
Achte bei der Auswahl des D&O-Tarifs genau darauf, wie die Freistellungsklausel formuliert ist. Sie sollte klar regeln, dass das Unternehmen dich unkompliziert freistellen darf, ohne dass der Versicherer dies vorab blockieren kann. Das gibt dir im Alltag als Entscheider den nötigen Rückhalt, um handlungsfähig zu bleiben.
Welche D&O-Konstellation für deine aktuelle Position als Geschäftsführer oder Vorstand am besten geeignet ist, klären wir am besten in einem persönlichen Gespräch. Wir werfen gemeinsam einen Blick auf deine Haftungsrisiken und finden die passende Lösung für deine Situation.
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Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Beratung dar. Im Schadensfall gelten stets die konkreten Bedingungen deines Versicherungsvertrags.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Freistellungsklausel bei einer D&O-Versicherung konkret für mich als Geschäftsführer?
Wenn ein Außenstehender wie ein Kunde Schadenersatz von dir persönlich fordert, kann deine Firma einspringen und den Schaden für dich bezahlen. Über die Freistellungsklausel (Company Reimbursement) holt sich dein Unternehmen das Geld dann von der D&O-Versicherung zurück, sodass dein Privatvermögen geschützt bleibt.
Warum zahlt die D&O-Versicherung in diesem Fall nicht direkt an mich?
Der direkte Schutz für dich bleibt im Hintergrund bestehen, aber die Klausel regelt den Zahlungsfluss neu. Wenn deine Firma den Schaden für dich begleicht, geht der Anspruch auf die Versicherungsleistung auf das Unternehmen über. Der Versicherer erstattet das Geld dann direkt an deine Firma.
Was passiert mit der Freistellung, wenn mein Unternehmen insolvent ist?
Wenn deine Firma zahlungsunfähig ist, kann sie dich finanziell nicht mehr freistellen. In diesem Fall fordert oft der Insolvenzverwalter Schadenersatz direkt von dir persönlich. Deine D&O-Versicherung schützt dich dann weiterhin direkt, aber das Company Reimbursement greift nicht mehr.
Greift die Klausel auch bei Fehlern, die im Innenverhältnis der Firma passieren?
Nein, das Company Reimbursement bezieht sich auf Ansprüche von Dritten außerhalb des Unternehmens (Außenhaftung). Wenn dich deine eigene Firma wegen eines Fehlers direkt auf Schadenersatz anspricht, liegt ein klassischer Fall der Innenhaftung vor. Hier wird die Versicherungsleistung in der Regel über die versicherte Person oder durch Abtretung des Freistellungsanspruchs an das Unternehmen reguliert – die genaue Abwicklung hängt von den konkreten Vertragsbedingungen ab.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
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