Gesundheitsprüfung bei der Sterbegeldversicherung: Wie sie funktioniert
Warum der Verzicht auf Gesundheitsfragen seinen Preis hat
Der Verzicht auf Gesundheitsfragen hat seinen Preis
Wenn du eine Sterbegeldversicherung abschließt, begegnet dir meist ein großes Versprechen: Keine Gesundheitsprüfung. Das klingt im ersten Moment verlockend. Du musst keine alten Krankenakten wälzen, keine Fragen zu Vorerkrankungen beantworten und wirst nicht wegen deines Blutdrucks abgelehnt. Doch dieser Verzicht ist kein Geschenk der Versicherer, sondern ein kalkuliertes Risiko, das über sogenannte Wartezeiten gelöst wird.
Wartezeit statt Gesundheitsfragen: Die konkreten Folgen
1. Die reguläre Wartezeit. Weil die Versicherung deine Gesundheit nicht prüft, schützt sie sich vor Zweckabschlüssen kurz vor dem Tod. Das bedeutet: Stirbst du in den ersten Monaten oder Jahren nach Vertragsabschluss an einer Krankheit, zahlt die Versicherung nicht die vereinbarte Summe aus. Stattdessen erhalten deine Angehörigen oft nur die bis dahin eingezahlten Beiträge zurück. Je nach Tarif kann diese Wartezeit unterschiedlich lang sein – hier gibt es enorme Unterschiede zwischen den Anbietern.
2. Die Ausnahme bei Unfalltod. Sollte der Tod durch einen plötzlichen Unfall eintreffen, greift die Wartezeit in der Regel nicht. In diesem Fall zahlt die Versicherung die volle vereinbarte Summe sofort aus, auch wenn der Vertrag erst seit wenigen Tagen läuft.
3. Der Einmalbeitrag als Abkürzung. Wenn du die Versicherungssumme nicht in monatlichen Raten ansparst, sondern den gesamten Betrag auf einmal einzahlst, verzichten viele Anbieter trotz fehlender Gesundheitsprüfung komplett auf die Wartezeit. Das kann sinnvoll sein, wenn du beispielsweise eine fällige andere Absicherung direkt für deine Bestattungsvorsorge reservieren möchtest.
Gibt es Tarife mit Gesundheitsprüfung?
Ja, diese Tarife existieren. Wenn du gesund bist und die Fragen wahrheitsgemäß beantworten kannst, profitierst du von einem sofortigen Schutz ab dem ersten Tag – ganz ohne Wartezeit. Hier musst du allerdings ehrlich sein: Verschweigst du eine schwere Erkrankung im Antrag, kann sich der Versicherer im Leistungsfall wegen vorvertraglicher Anzeigepflichtverletzung weigern, die Bestattungskosten zu übernehmen. Deine Angehörigen stünden dann trotz Beiträgen ohne die erhoffte Entlastung da.
Mein Tipp:
Überlege dir gut, ob du gesundheitliche Einschränkungen hast. Wenn du gesund bist, wähle einen Tarif mit Gesundheitsprüfung. Du hast dann sofortigen Schutz und umgehst die Wartezeit. Wenn du Vorerkrankungen hast, ist der Tarif ohne Gesundheitsprüfung die sicherere Wahl, um überhaupt Versicherungsschutz zu bekommen. Achte dann aber penibel auf die Länge der Wartezeit – hier gibt es enorme Unterschiede zwischen den Anbietern, die im Ernstfall über tausende Euro entscheiden.
Welcher Weg für dich der richtige ist, hängt von deiner persönlichen Situation und deinem Alter ab. In einem gemeinsamen Gespräch klären wir, welche Tarife für dich infrage kommen, wie hoch die Versicherungssumme für deine Wunschbestattung sein sollte und ob eine Einmalzahlung oder laufende Beiträge für dich sinnvoller sind.
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Der Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung.
Häufige Fragen
Was genau wird bei einer Gesundheitsprüfung für die Private Krankenversicherung abgefragt?
Der Versicherer prüft deinen aktuellen Gesundheitszustand anhand von Fragen zu Vorerkrankungen, Operationen, Allergien und chronischen Leiden. Auch Angaben zu deiner Körpergröße, deinem Gewicht, Rauchgewohnheiten und regelmäßig eingenommenen Medikamenten gehören fast immer dazu.
Wie weit muss ich bei den Gesundheitsfragen der PKV in die Vergangenheit zurückgehen?
Das hängt vom jeweiligen Versicherer und von der Art der Behandlung ab – die Zeiträume variieren je Anbieter teils erheblich. Bei ambulanten Behandlungen, Zahnbehandlungen und Medikamenten fragen die Versicherer typischerweise einen kürzeren Zeitraum ab. Bei stationären Krankenhausaufenthalten und Operationen wird in der Regel weiter in die Vergangenheit gefragt; bei psychotherapeutischen Behandlungen kann der Abfragezeitraum je nach Anbieter noch länger sein. Manche Fragen kennen gar keine zeitliche Grenze, zum Beispiel bei bestimmten chronischen Erkrankungen.
Was passiert, wenn ich bei der Gesundheitsprüfung eine Vorerkrankung verschweige?
Das ist gefährlich, denn du verletzt damit deine vorvertragliche Anzeigepflicht. Fliegt die Falschangabe im Leistungsfall auf, darf der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, Leistungen verweigern oder rückwirkend Beiträge anpassen – im schlimmsten Fall stehst du dann ganz ohne Schutz da.
Gibt es auch Tarife, die komplett ohne Gesundheitsprüfung auskommen?
Ja, manche Absicherungen wie Sterbegeldversicherungen verzichten auf diese Fragen, allerdings hat das seinen Preis. Um das Risiko auszugleichen, vereinbaren die Anbieter fast immer eine Wartezeit, deren Länge je nach Tarif und Anbieter unterschiedlich ausfällt. In dieser Zeit hast du bei Tod durch eine Krankheit keinen vollen Leistungsanspruch.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Sterbegeld von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
Bilder sind KI-generiert