Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG – was die Berufsunfähigkeitsversicherung leisten muss
Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG: Verstehe deine Berufsunfähigkeitsversicherung
Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, denkst du an langfristige Sicherheit. Dabei stößt du oft auf den Begriff „Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG“. Doch was bedeutet dieser Passus im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) wirklich für dich und deine Beiträge?
Was § 163 VVG regelt
Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist die zentrale Rechtsquelle für deinen BU-Vertrag (Quelle: VVG). Es regelt die Rechte und Pflichten und legt fest, dass Versicherungsbedingungen nur zu deinem Vorteil vom Gesetz abweichen dürfen. Das VVG erlaubt Versicherern nach § 163 VVG unter strengen Bedingungen, den Bruttobeitrag deiner Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung anzupassen. Das passiert nur, wenn der Leistungsbedarf sich nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den ursprünglichen Rechnungsgrundlagen geändert hat. Ein praktischer Auslöser wäre ein unvorhersehbares Großereignis wie eine Pandemie oder Epidemie. Die Anpassung muss angemessen und erforderlich sein, um die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungen zu sichern (Quelle: § 163 VVG, gesetze-im-internet.de).
Ausdrücklich ausgeschlossen ist die Anhebung, wenn die Kalkulation bereits anfangs unzureichend war und ein gewissenhafter Aktuar dies hätte erkennen müssen. Eigene Kalkulationsfehler des Versicherers oder eine lasche Risikoprüfung lassen sich über § 163 VVG also nicht heilen. Solche Anpassungen sind an hohe Hürden gebunden und bedürfen der Prüfung durch einen unabhängigen Treuhänder. Man spricht hier von einer echten „Notbremse“, die nur in extremen Fällen gezogen wird. Statt einer Beitragserhöhung kannst du als Versicherungsnehmer auch verlangen, dass stattdessen die Leistung entsprechend herabgesetzt wird.
Brutto- vs. Zahlbeitrag: Der Schlüssel zum Verständnis
Hier liegt der entscheidende Punkt: Dein Versicherungsvertrag kennt zwei Beiträge:
1. Bruttobeitrag (Tarifbeitrag, Garantiebeitrag). Dies ist der vertraglich vereinbarte Höchstbeitrag, die Obergrenze, die dein Versicherer niemals überschreiten darf. Er wird auf Basis deiner Berufsgruppe, deines Eintrittsalters, der Laufzeit, der Rentenhöhe und des Rechnungszinses vorsichtig kalkuliert. Andere Begriffe dafür sind Tarifbeitrag oder Garantiebeitrag.
2. Zahlbeitrag (Nettobeitrag). Das ist der Betrag, den du tatsächlich monatlich zahlst. Er liegt meist unter dem Bruttobeitrag, weil dein Versicherer dir Überschüsse gutschreibt, die er aus vorsichtiger Kalkulation, wenigen Leistungsfällen und gutem Wirtschaften erzielt. Insbesondere der Risikoüberschuss, der entsteht, wenn weniger Versicherte berufsunfähig werden als erwartet, muss zu mindestens 90 % an dich beteiligt werden. Meistens geschieht dies durch eine sogenannte Sofortverrechnung, die deinen Zahlbeitrag direkt reduziert. Die Formel lautet: Garantiebeitrag − Überschussbeteiligung = Zahlbeitrag. Wichtig: „Netto“ und „Brutto“ haben in diesem Zusammenhang nichts mit Steuern zu tun.
Der Verzicht auf § 163 VVG bezieht sich ausschließlich auf den Bruttobeitrag. Er garantiert dir also, dass die Obergrenze deines Beitrags festgeschrieben ist und nicht angehoben werden kann.
Wichtig ist aber: Der Verzicht schützt dich nicht davor, dass dein Zahlbeitrag steigt. Dein Zahlbeitrag ist nicht für die gesamte Laufzeit garantiert und wird jährlich neu deklariert. Wenn dein Versicherer weniger Überschüsse erzielt oder ausschüttet – beispielsweise durch geringere Kapitalerträge oder mehr Leistungsfälle als erwartet – kann dein Zahlbeitrag bis zur Höhe des Bruttobeitrags ansteigen. Das hat nichts mit § 163 VVG zu tun, sondern liegt an der Überschussbeteiligung.
Solche Zahlbeitragserhöhungen hat es in der Vergangenheit real gegeben: Die WWK hob ihren Zahlbeitrag 2016 um rund 20 % und 2018 um weitere 40 % an. In einem realen Vertrag summierte sich das auf bis zu 60 % binnen weniger Jahre. Auch die Generali erhöhte 2018/2019 um 8–10 %, begründet durch die Niedrigzinsphase. Ein Versicherer, der den Zahlbeitrag deutlich anhebt, „schießt sich selbst aus dem Markt“, weil er für Neukunden unattraktiv wird.
Andere Wege, Überschüsse zu verwenden
Neben der gängigen Sofortverrechnung gibt es noch andere Möglichkeiten, Überschüsse zu verwenden. Diese sind aber in der Praxis seltener:
1. Bonusrente. Du zahlst den vollen Garantiebeitrag. Die Überschüsse erhöhen deine BU-Rente um einen nicht garantierten Bonusanteil. Sinken die Überschüsse, sinkt auch der Bonus.
2. Verzinsliche Ansammlung. Du zahlst ebenfalls den vollen Garantiebeitrag. Der Überschussanteil wird festverzinslich angelegt und am Ende der Laufzeit ausgezahlt.
3. Fondsansammlung / ETF (Investment-BU). Auch hier zahlst du den vollen Garantiebeitrag. Die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag fließt in Investmentfonds oder ETFs. Die Ablaufleistung ist meist steuerfrei. Diese Variante wird oft als „BU mit Geld-zurück-Garantie“ beworben.
Der Begriff „Geld-zurück-Garantie“ ist allerdings irreführend. Eine BU ist primär ein Risikoschutz, kein Sparvertrag. Die Renten der Berufsunfähigen werden aus den Beiträgen der Gesundbleibenden finanziert – bekäme jeder sein Geld zurück, wäre keine Rente finanzierbar. Die Fondsansammlungs-Variante ist 20-30 % teurer, die Fondsauswahl ist eng, und im Leistungsfall wird meist nicht weiter in die Fonds eingezahlt. Sie taugt daher nicht als vollwertige Altersvorsorge. Mein Rat ist, Sparvorgang und Risikoschutz zu trennen, da dies in der Regel flexibibler und oft vorteilhafter ist.
Die Bedeutung des Garantiezinses und deines Eintrittsalters
Neben vertragsindividuellen Anpassungen kann auch ein Stichtag den ganzen Markt verteuern. So sank zum Beispiel zum Jahr 2022 der sogenannte Höchstrechnungszins („Garantiezins“) auf 0,25 %. Das ist der maximal in der Kalkulation ansetzbare Zins (Quelle: BU wird 2022 teurer ). Weil sich die Beiträge nicht mehr über feinere Berufsgruppen konstant halten ließen, wurde die BU für Neuverträge spürbar teurer. Ein Beispiel: 100 Euro monatlich über 30 Jahre bedeuten bei einem späteren Abschluss rund 3.600 Euro mehr für dieselbe Leistung.
Hinzu kommt: Jeder Jahreswechsel macht dich rechnerisch ein Jahr älter. Ein früher Abschluss – im Zweifel schon als Schüler oder Student – sichert dir also nicht nur ein niedriges Eintrittsalter, sondern auch den jeweils höheren Garantiezins für die gesamte Laufzeit. Das kann über die Jahre Tausende Euro sparen.
Im eigenen Vertrag sparen statt neu abschließen: Die Berufswechsel-Option
Normalerweise wird dein Status (Beruf, Vorerkrankungen, Hobbys) beim Abschluss „eingefroren“. Spätere Verbesserungen wirken sich dann nicht mehr auf den Beitrag aus. Doch neuere Tarife bieten eine sogenannte Berufswechsel-Option. Hier bewerten Versicherer einen neuen Beruf oder eine neue Tätigkeit in deinem bestehenden Vertrag neu – und zwar ausschließlich zu deinen Gunsten, also beitragssenkend. Eine erneute Gesundheitsprüfung ist dabei teils nicht nötig.
Das spart echtes Geld, ohne dass du einen neuen, teureren Vertrag mit höherem Eintrittsalter abschließen musst. Ein Mechatroniker-Azubi, der Automobilwirtschaft studiert, konnte so seinen Beitrag von 49 Euro auf 36 Euro senken (minus 37 %). Eine Schülerin, die Mathematik studiert, von 68 Euro auf 44 Euro. Schon die Versetzung von Klasse 10 in 11 kann den Beitrag von 69 Euro auf 45 Euro senken. Das bedeutet jeweils über 10.000 Euro Ersparnis über die Restlaufzeit bei identischem Leistungsumfang (Quelle: 10.000 € im eigenen BU-Vertrag sparen ). Diese Option ist ein starkes Argument für einen frühen Abschluss: Du kannst dich nicht verschlechtern, aber unkompliziert verbessern.
Wenn der Zahlbeitrag steigt: Was tun?
Sollte dein Zahlbeitrag steigen, ist der einhellige Rat: nicht überstürzt kündigen. Dein Vertrag läuft mit vollem Schutz weiter. Sinnvoll ist eine nüchterne Prüfung von vier Punkten:
1. Passt die Absicherung noch? Sind Höhe, Dynamik, Endalter und Bedingungen noch passend zu deiner aktuellen Lebenslage?
2. Gesundheitszustand. Wie sind dein Gesundheitszustand und die einstigen Angaben zu bewerten? Ein Wechsel kann schwierig werden.
3. Gesellschaftsverlässlichkeit. Ist die Versicherungsgesellschaft langfristig verlässlich?
4. Ursprüngliche Kalkulation. War der Beitrag anfangs schlicht zu günstig kalkuliert?
Bei einem Wechsel starten die Fristen der Anzeigepflicht neu, und das höhere Eintrittsalter kann den Neuvertrag trotz Erhöhung teurer machen. Eine pauschale Empfehlung gibt es hier nicht, da die Situation von einem 27-jährigen gesunden Studenten stark von der eines 47-jährigen mit Vorerkrankungen abweicht.
Qualitätsmerkmal Beitragsstabilität
Am Ende zählt nicht der niedrigste Zahlbeitrag, sondern die Stabilität über Jahrzehnte. Warnsignale sind Kampfprämien, hohe Abschlusskosten, eine lasche Annahme im Vorfeld und ständige Sonderaktionen mit stark verkürzten Gesundheitsfragen. Viele seriöse Versicherer steuern ihr Kollektiv bewusst, etwa durch gedeckelte Beitragsdynamiken ab bestimmten Höhen. Der Merksatz „Wer über den Preis kommt, geht auch wieder über den Preis“ bewahrheitet sich hier oft. Die Wahl einer solide kalkulierenden Gesellschaft schützt dich vor der nächsten Erhöhung mehr als jeder Cent Anfangsersparnis.
Das Bedingungswerk: Dein eigentlicher „Kaufgegenstand“
Der eigentliche „Kaufgegenstand“ deiner BU sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und deren konkreter Wortlaut. Nicht die Marke oder der Beitrag entscheiden im Leistungsfall, sondern der Wortlaut der Bedingungen. Sie bilden neben dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Rechtsgrundlage deines Vertrages.
Dein BU-Vertrag setzt sich aus mehreren, hierarchisch geordneten Bausteinen zusammen:
1. Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB). Das ist der Grundstock, der die generellen Rechte und Pflichten sowie Inhalt und Umfang des Schutzes beschreibt.
2. Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen. Sie legen die für den konkret gewählten Tarif geltenden Sondervereinbarungen fest. Sie können die AVB ergänzen oder von ihnen abweichen und gehen den AVB im Rang vor.
3. Klauseln. Das sind einzelne Vertragsbestimmungen, die den Schutz gezielt erweitern (z. B. die Infektionsklausel) oder einschränken können (z. B. eine Ausschlussklausel für eine bestimmte Vorerkrankung).
Der genaue Wortlaut zählt, denn Bedingungswerke sind juristisch anspruchsvoll. Der Unterschied zwischen „ausübt“, „ausüben kann“ und „ausüben könnte“ oder zwischen „Beruf“, „Tätigkeit“ und „Erwerbstätigkeit“ kann im Leistungsfall über Zahlung oder Nichtzahlung entscheiden. Dass die Bedingungen selbst Anbieter überfordern können, zeigen Beispiele widersprüchlicher Formulierungen wie bei Verweisungsverzicht für Schüler oder Zirkelschlüssen bei Dienstunfähigkeitsklauseln (Quelle: BU-Klauseln: Versicherer uneins ). Die Bedingungen sind das „Ventil“ – je mehr Hintertüren sie zulassen, desto mehr Möglichkeiten hat der Versicherer, Leistungen zu kürzen oder zu verweigern (Quelle: Wichtigkeit der BU-Bedingungen ).
Die Prüfung erfolgt in zwei Schritten: Zuerst müssen die elementaren Mindestanforderungen, die K.O.-Kriterien, erfüllt sein (z.B. Verzicht auf abstrakte Verweisung, 6-Monats-Prognosezeitraum, rückwirkende Leistung). Danach folgt die individuelle Prüfung, ob der Tarif zu deinem Beruf und Status passt.
Rechtsgrundlagen deiner BU
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein rechtsfreier Raum. Die zentrale Rechtsquelle ist das Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das seit dem 01.01.2008 in grundlegend reformierter Fassung gilt. Für Altverträge können abweichende Regeln gelten. Das VVG ist halbzwingend zugunsten des Kunden, das heißt, Versicherungsbedingungen dürfen vom VVG nur zu deinem Vorteil abweichen. Daneben prägen das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Vertragsgestaltung. Die Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) konkretisiert zudem die Pflichten deines Versicherungsmaklers.
Wusstest du, dass die Identifizierung nach dem Geldwäschegesetz (GwG) bei einer selbstständigen BU in der Regel nicht erforderlich ist? Das ist nur bei kapitalbildenden Lebensversicherungen der Fall. Auch der Begriff „Ordnungswidrigkeit“ kann relevant werden: Einige Tarife schließen die Leistung aus, wenn du durch eine vorsätzliche Ordnungswidrigkeit berufsunfähig wirst, nicht aber bei fahrlässigen.
Ein Qualitätssignal für die Region Rhein-Neckar
Ob in Mannheim, Heidelberg oder Ludwigshafen – eine stabile Berufsunfähigkeitsversicherung sichert deine finanzielle Zukunft. Der Verzicht auf § 163 VVG ist ein Qualitätsmerkmal, das signalisiert, dass der Versicherer Vertrauen in seine langfristige Kalkulation hat. Unabhängige Ratingagenturen wie Franke und Bornberg bewerten solche Merkmale in ihren BU-Stabilitätsratings (Quelle: Franke und Bornberg, BU-Rating).
In der Praxis sind Bruttobeitragsanpassungen nach § 163 VVG bisher kaum vorgekommen. Die Kriterien sind so streng, dass dies eher eine Notfallklausel darstellt. Sollte es doch zum Extremfall kommen, greifen übergeordnete Auffangmechanismen wie der Sicherungsverein Protektor oder im Notfall sogar aufsichtsrechtliche Befugnisse der BaFin nach § 314 VAG, die Leistungen herabsetzen kann.
Deshalb gilt:
1. Nicht das einzige Kriterium. Auch Tarife ohne ausdrücklichen Verzicht können sehr gut sein. Einige Versicherer verzichten vertraglich auf § 163 VVG, dazu gehören beispielsweise Canada Life, Swiss Life, Universa, Zurich, Interrisk (im Tarif XXL) und Dialog (als kostenpflichtiger Baustein). Die große Mehrheit der Anbieter, darunter Allianz, Alte Leipziger, AXA, Baloise, Bayerische, HDI, LV 1871, Nürnberger, Volkswohl Bund und Württembergische, verzichtet dagegen nicht. Der Trend geht sogar weg vom Verzicht, wie die Streichung bei der Alten Leipziger 2015 und der Bayerischen 2024 zeigt.
2. Stabilität zählt. Achte mehr auf die langfristige Beitragsstabilität des Anbieters und einen geringen Abstand zwischen Brutto- und Zahlbeitrag. Hier kommt auch die Inflation ins Spiel: Eine heute auskömmliche BU-Rente kann in 10, 20 oder 30 Jahren durch den Kaufkraftverlust real deutlich zu wenig sein. Eine BU-Rente von 1.500 Euro hat bei nur 2 % jährlicher Inflation nach 10 Jahren nur noch eine Kaufkraft von etwa 1.230 Euro, nach 20 Jahren circa 1.010 Euro und nach 30 Jahren nur noch rund 830 Euro. Bei 3 % Inflation sinkt die Kaufkraft nach 30 Jahren sogar auf nur etwa 620 Euro. Hinzu kommt, dass eine statische BU-Rente die Lohnentwicklung nicht berücksichtigt.
Um diesen „stillen Wertverlust“ auszugleichen, sind dynamische Vertragsbausteine von großer Bedeutung:
A. Beitragsdynamik (vor dem Leistungsfall). Hier steigen Beitrag und Rente jährlich um einen festen Prozentsatz, noch bevor die Berufsunfähigkeit eintritt. Mein Rat: Baue immer eine 5 % Beitragsdynamik ein. Diese Option ist oft kostenlos und du kannst ihr jederzeit formlos widersprechen. Jede gezogene Dynamik wirkt wie ein „Minivertrag“ zum aktuellen Eintrittsalter. Die Beitragsdynamik ersetzt niemals die Nachversicherungsgarantie und wird meist auf deren Deckel angerechnet. Mittlerweile bieten viele Top-Tarife unbegrenzten Widerspruch an, etwa Alte Leipziger, Allianz, AXA, Baloise, Canada Life, Continentale, Europa, Signal Iduna und Württembergische.
B. Leistungsdynamik / garantierte Rentensteigerung (im Leistungsfall). Sie sorgt dafür, dass deine laufende BU-Rente auch nach Eintritt der Berufsunfähigkeit garantiert weiter steigt, idealerweise um 2 % oder besser 3 %. Über die Jahre summiert sich der Zinseszinseffekt erheblich: Eine Jahresrente von 18.000 Euro kann über 41 Jahre mit 3 % Leistungsdynamik auf über 58.700 Euro steigen. Diese Option muss du bei Antragstellung festlegen, da sie später nur mit erneuter Gesundheitsprüfung nachrüstbar ist. Die Kosten liegen bei ca. 6–10 % des Beitrags je 1 % garantierter Steigerung. Mein Tipp: Gerade für junge Leute mit langer möglicher Bezugsdauer ist die Leistungsdynamik besonders wertvoll.
Wichtig ist, zuerst eine ausreichend hohe Startrente zu wählen. Eine höhere Startrente schlägt die 2 % Leistungsdynamik oft erst nach 7 bis 14 Jahren, da die durchschnittliche Leistungsdauer in der BU bei 5 bis 7 Jahren liegt. Daher solltest du zuerst die Rentenhöhe maximieren und die Leistungsdynamik erst danach einschließen.
C. Überschüsse im Leistungsfall. Einige Versicherer erhöhen die Rente auch durch eine nicht garantierte Überschussbeteiligung. Diese ist aber nicht sicher, kann sinken (was in der Vergangenheit auch passiert ist, z.B. bei der Hannoverschen/VHV für Altverträge) und ist eher die „Kirsche auf der Sahnetorte“ als ein Auswahlkriterium. Für 2025 ist branchenweit ein Rückgang der Überschüsse um etwa 0,75 Prozentpunkte prognostiziert.
3. Das Gesamtpaket. Der eigentliche „Kaufgegenstand“ deiner BU sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und deren konkreter Wortlaut. Die Qualität dieser Bedingungen (z.B. Verzicht auf abstrakte Verweisung) und eine zuverlässige Leistungsregulierung sind oft entscheidender als der reine Verzicht auf § 163 VVG. Ich schaue mir genau an, dass die Bedingungen für deinen Beruf passen und keine unnötigen Fallstricke enthalten.
Mein Tipp:
Der Verzicht auf § 163 VVG ist ein Indiz für die Solidität eines Anbieters und gibt zusätzliche Sicherheit bezüglich der Beitrags-Obergrenze. Er ist ein Pluspunkt. Doch noch wichtiger ist es, einen Versicherer zu wählen, der über Jahre hinweg eine stabile Überschusspolitik verfolgt, eine gute Leistungsregulierung bietet und dessen Bedingungen und Dynamik-Optionen (gerade im Hinblick auf die Inflation und die Lohnentwicklung) wirklich zu deinem Leben passen. Das schaue ich mir bei meiner Empfehlung immer genau an und prüfe auch die Möglichkeit einer Berufswechsel-Option. Und denke daran: Ein früher Abschluss lohnt sich immer, um sich die besten Konditionen zu sichern.
Gerne besprechen wir in einem persönlichen Gespräch, welche Berufsunfähigkeitsversicherung optimal für dich ist und worauf es bei deiner individuellen Situation ankommt.
Jetzt unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren
Quellen
- § 163 VVG – Prämien- und Leistungsänderung (gesetze-im-internet.de)
- Franke und Bornberg – BU-Rating und BU-Stabilitätsrating
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Die Inhalte sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können jedoch keine Rechts- oder Steuerberatung darstellen.
Häufige Fragen
Was bedeutet "Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG" für meine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Dieser Verzicht bedeutet, dass dein Versicherer den vertraglich vereinbarten Höchstbeitrag, den sogenannten Bruttobeitrag, unter keinen Umständen erhöhen darf. Selbst bei unvorhersehbaren Großereignissen oder anderen nicht kalkulierten Entwicklungen bleibt dein maximaler Beitrag fix. Das gibt dir maximale Planungssicherheit bei deinen BU-Kosten.
Schützt mich dieser Verzicht davor, dass mein monatlicher Zahlbeitrag steigt?
Der Verzicht bezieht sich auf den Bruttobeitrag, die absolute Obergrenze deines Vertrages. Dein tatsächlicher monatlicher Zahlbeitrag kann sich dennoch leicht ändern, da er auch von der Überschussbeteiligung des Versicherers abhängt. Diese Schwankungen sind aber normalerweise gering und haben nichts mit einer Anpassung nach § 163 VVG zu tun.
Warum ist es vorteilhaft, wenn mein BU-Vertrag diesen Verzicht enthält?
Der größte Vorteil ist die absolute Sicherheit, dass deine Beiträge nicht wegen externer, unvorhergesehener Ereignisse nach oben korrigiert werden können. Dein Versicherer trägt damit ein höheres Risiko und verspricht dir langfristige Beitragsstabilität auf Bruttobeitragsbasis. Das schützt dich vor unerwarteten Kostensteigerungen in deiner BU.
Unter welchen Umständen könnte der § 163 VVG überhaupt greifen, wenn kein Verzicht vereinbart ist?
Der § 163 VVG ist eine seltene Notbremse, die nur bei extremen, unvorhersehbaren und nicht nur vorübergehenden Änderungen des Leistungsbedarfs zum Einsatz käme. Beispiele könnten eine Pandemie oder eine unkalkulierbare Häufung von Schadenfällen sein. Solche Anpassungen müssen von einem unabhängigen Treuhänder geprüft und als absolut notwendig bestätigt werden.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Berufsunfähigkeit von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
Bilder sind KI-generiert




