Höhe der BU-Rente – was die Berufsunfähigkeitsversicherung leisten muss
Die richtige Höhe deiner BU-Rente: So sicherst du dein Einkommen ab
Die Höhe deiner Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) ist entscheidend dafür, wie gut du im Ernstfall finanziell dastehst. Sie bestimmt, wie viel Geld dir monatlich zur Verfügung steht, wenn du wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst. Hier geht es nicht nur darum, was du heute verdienst, sondern auch darum, was du morgen wirklich zum Leben brauchst. Dein Absicherungsziel sollte der Erhalt deiner zuletzt erreichten Lebensstellung sein, inklusive deines laufenden Lebensstandards und der Weiterfinanzierung von Vermögensaufbau und Altersvorsorge.
Was Versicherer erlauben – die Angemessenheitsprüfung
Um eine Überversicherung zu vermeiden, setzen Versicherer bei der BU-Rente Obergrenzen fest. Die BU ist eine Summenversicherung, bei der im Leistungsfall keine Schadenprüfung stattfindet. Das bedeutet, eine „Überversicherung“ im schadenrechtlichen Sinn kann grundsätzlich nicht entstehen und das Bereicherungsverbot greift hier rechtlich nicht. Trotzdem wird schon beim Antrag geprüft, ob die beantragte Rentenhöhe in einem angemessenen Verhältnis zu deinem Einkommen steht.
Unsere klare Empfehlung ist: Sichere so viel ab, wie der Versicherer zulässt. Das sind oft etwa 60 bis 65 Prozent deines Bruttoeinkommens oder rund 100 % deines heutigen Nettoeinkommens. Nach allen Abzügen bleiben davon dann etwa 70 bis 80 Prozent.
Bei der sogenannten Angemessenheitsprüfung fragt der Versicherer dein Brutto- und Nettoeinkommen sowie bereits bestehende Versicherungen ab. Als Grenze gilt oft entweder maximal 60 bis 70 Prozent deines Bruttoeinkommens (aus allen BU-Verträgen zusammen) oder gestaffelt 90/80/60 Prozent deines Nettoeinkommens. Selbst für Schüler, Studenten oder Hausfrauen, die noch kein festes Einkommen haben, ist eine Absicherung von 1.000 bis 1.500 Euro monatlich meist problemlos möglich. Für Akademiker oder Existenzgründer können ohne tiefergehende Nachweise auch 2.500 bis 4.000 Euro abgesichert werden.
Ein wichtiger Punkt: Ab einer monatlichen Rentenhöhe von etwa 2.500 bis 3.000 Euro verlangen viele Versicherer eine ärztliche Untersuchung. Hier kann die sogenannte Zwei-Vertrags-Lösung sinnvoll sein, um diese Grenze zu umgehen und trotzdem ausreichend abgesichert zu sein.
Warum „75% vom Netto“ meist zu wenig ist
Oft wird fälschlicherweise angenommen, 75 Prozent des Nettoeinkommens würden ausreichen. Das greift jedoch zu kurz. Stell dir vor, du wirst berufsunfähig: Deine Krankenversicherung musst du dann als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse mit dem vollen Beitragssatz (aktuell rund 18 Prozent) selbst zahlen, falls keine anderen Einkünfte bestehen. Zudem fällt deine gesetzliche Rentenversicherung komplett weg. Ein Beispiel: Bei einer BU-Rente von 2.250 Euro erhältst du nach Abzug des GKV-Beitrags nur noch etwa 1.818 Euro netto. Wenn du davon noch für deine Altersvorsorge sparst, bleiben dir schnell nur noch rund 850 Euro zum Leben übrig.
Bist du privat krankenversichert, kommen im Leistungsfall schnell 700 bis 900 Euro pro Monat für die private Krankenversicherung hinzu, da der Arbeitgeberanteil entfällt. Steuern sind dank des Ertragsanteils (§55 EStDV) bei einer SBU/Schicht 3 meist vernachlässigbar. Bei einer Rürup-Rente oder einer bAV-Direktversicherung, in die die BU-Rente integriert ist, musst du jedoch mit einer deutlich höheren Steuerpflicht rechnen und solltest die Absicherung 20 bis 25 Prozent höher ansetzen.
Auch deine Altersvorsorge ist betroffen: 10 fehlende Jahre Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung oder das Versorgungswerk können deine Altersrente um rund 25 Prozent kürzen, 20 Jahre sogar um die Hälfte. Diese zusätzliche Versorgungslücke kannst du über eine beitragsbefreite Rentenversicherung oder einen sogenannten BU-Airbag schließen, der die Beiträge für deine Altersvorsorge im Leistungsfall übernimmt.
Du siehst: Eine zu geringe Absicherung kann deinen Lebensstandard erheblich einschränken. Die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente lag 2024 bei rund 1.027 Euro im Monat, wobei nur etwa die Hälfte aller Anträge überhaupt bewilligt wird. Alles, was über diese staatliche Leistung hinausgeht, musst du selbst absichern, wenn du deinen Lebensstandard erhalten willst. Eine zu knappe BU-Rente wird übrigens auf das Bürgergeld angerechnet, sodass du am Ende nur den Sozialstaat entlastest, ohne selbst etwas davon zu haben.
Wie du die passende Rentenhöhe ermittelst
Anstatt pauschal zu rechnen, ist eine Bedarfsrechnung sinnvoller. Frage dich, welche Kosten bei Berufsunfähigkeit weiterlaufen, welche Absicherungen oder Rücklagen bereits vorhanden sind, für welches Szenario du gewappnet sein willst und bis zu welcher Höhe du überhaupt versicherbar bist. Als Mindesthöhe werden für Singles etwa 1.500 Euro genannt, generell solltest du nicht unter 1.250 Euro absichern.
1. Werterhalt über die Laufzeit. Eine heute passende Rente verliert durch Inflation real an Wert – grob halbiert sich die Kaufkraft in rund 20 Jahren. Stell dir vor, 2.000 Euro wären bei 2 Prozent Inflation nach 30 Jahren nur noch 1.104 Euro wert. Deshalb solltest du unbedingt eine Beitragsdynamik wählen, die deine Rente und deinen Beitrag vor dem Leistungsfall jährlich erhöht, und eine Leistungsdynamik, die deine Rente auch im Leistungsfall an die Inflation anpasst.
2. Flexibilität mit Nachversicherungs- und Karrieregarantie. Dein Leben und dein Einkommen können sich ändern. Eine gute BU-Police bietet dir eine Nachversicherungsgarantie. Damit kannst du deine BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, zum Beispiel bei Heirat, Immobilienerwerb oder einem deutlichen Gehaltssprung. Achte darauf, dass auf eine vollständige Risikoprüfung verzichtet wird, nicht nur auf die Gesundheitsprüfung. Für junge Leute mit Karriereambitionen ist zusätzlich eine Karrieregarantie wichtig. Diese ermöglicht es dir, die Rente über die normale Nachversicherungs-Obergrenze hinaus bei Gehaltssteigerungen anzuheben, oft bis zum Doppelten des ursprünglichen Deckels.
3. Der Weg zur ärztlichen Untersuchung. Wie bereits erwähnt, verlangen Versicherer ab etwa 2.500 bis 3.000 Euro Monatsrente eine ärztliche Untersuchung. Diese umfasst eine körperliche Untersuchung und Laborwerte wie Blutbild, Cholesterin oder Blutzucker. Für dich ist das kostenfrei, birgt aber Risiken: Unbekannte Laborwerte können neue „Vorerkrankungen“ zutage fördern, und ab dieser Grenze spricht der Rückversicherer mit, was positive Voranfrage-Voten kippen kann.
Die Zwei-Vertrags-Lösung ist ein Königsweg, um dieses Risiko zu minimieren. Dabei schließt du zwei Verträge bei verschiedenen Gesellschaften ab, sodass du die Grenzen für die ärztliche Untersuchung bei beiden nicht erreichst. Zudem verdoppelt diese Lösung oft deine Optionen für die Nachversicherungsgarantie.
Dein Schutz in der Rhein-Neckar-Region
Gerade hier in Mannheim und der gesamten Rhein-Neckar-Region, wo die Lebenshaltungskosten stetig steigen und die Mieten oft über dem Bundesdurchschnitt liegen, ist ein ausreichender finanzieller Schutz besonders wichtig. Dein Einkommen sichert nicht nur deinen Alltag, sondern auch deine Teilhabe an den vielen attraktiven Angeboten unserer Region. Eine passende BU-Rente sorgt dafür, dass du dir keine Sorgen machen musst, deinen gewohnten Lebensstandard in dieser schönen Gegend aufgeben zu müssen.
Mein Tipp:
Unterschätze niemals, wie schnell sich die Anforderungen an dein Einkommen ändern können. Was heute noch als „ausreichend“ erscheint, kann morgen schon zu knapp sein. Den reale Wert deiner Rente wird ohne Dynamik durch die Inflation aufgefressen. Denke nicht nur an deine aktuellen Ausgaben, sondern auch an mögliche zukünftige Pläne, sei es ein Immobilienkredit, die Ausbildung deiner Kinder oder einfach den Wunsch, deinen Lebensstandard langfristig zu halten. Lieber ein bisschen mehr absichern, als im Ernstfall das Nachsehen zu haben. Die maximale Grenze, die der Versicherer zulässt, ist oft die beste Richtlinie, aber überlege gut, ob du die Schwelle zur ärztlichen Untersuchung überschreiten möchtest oder ob die Zwei-Vertrags-Lösung für dich passt.
Die Höhe deiner BU-Rente sollte genau zu deiner aktuellen Lebenssituation und deinen Zukunftsplänen passen. Lass uns gemeinsam anschauen, welche Absicherung für dich sinnvoll und realistisch ist, damit du auch bei unerwarteten Wendungen finanziell abgesichert bist.
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Quellen
Bitte beachte: Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Die genaue Höhe deiner BU-Rente sollte immer im persönlichen Gespräch mit einem erfahrenen Experten ermittelt werden.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte meine BU-Rente sein, damit ich gut abgesichert bin?
Deine BU-Rente sollte hoch genug sein, um deinen Lebensstandard im Falle einer Berufsunfähigkeit zu halten. Wir empfehlen meist eine Absicherung von etwa 60 bis 65 Prozent deines Bruttoeinkommens oder rund 100 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens.
Wie ermitteln Versicherer die maximale Höhe meiner BU-Rente?
Versicherer prüfen dein Einkommen, um eine angemessene Rentenhöhe festzulegen und eine Überversicherung zu vermeiden. Sie orientieren sich dabei meist an 60 bis 70 Prozent deines Bruttoeinkommens oder bestimmten Prozentanteilen deines Nettoeinkommens.
Ich bin Student/Schüler/Hausfrau und habe noch kein festes Einkommen – kann ich trotzdem eine BU-Rente abschließen und wie hoch?
Ja, auch ohne festes Einkommen ist eine Absicherung möglich und sinnvoll. Für Schüler, Studenten oder Hausfrauen lassen sich oft problemlos Rentenhöhen von 1.000 bis 1.500 Euro monatlich vereinbaren.
Gibt es eine Grenze für die BU-Rente, ab der ich zum Arzt muss?
Ja, viele Versicherer verlangen ab einer monatlichen Rentenhöhe von etwa 2.500 bis 3.000 Euro eine ärztliche Untersuchung. Eine Aufteilung auf zwei Verträge kann hier eine Option sein, um diese Grenze zu umgehen.
Reichen 75 Prozent meines Nettoeinkommens als BU-Rente nicht aus?
Oftmals nicht ganz, denn nach Steuern und Sozialabgaben bleiben von der BU-Rente in der Regel nur etwa 70 bis 80 Prozent des ursprünglich vereinbarten Betrags übrig. Um deinen Lebensstandard wirklich zu halten und auch weiter für dein Alter vorzusorgen, ist eine Absicherung von rund 100 Prozent deines Nettoeinkommens meist passender.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Berufsunfähigkeitsversicherung von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
Bilder sind KI-generiert




