Auslandsschäden: Indirekte Exporte in der Betriebs- und Produkthaftpflicht
Was passiert, wenn Ihre Produkte über Umwege ins Ausland gelangen
Wenn du Produkte herstellst, bearbeitest oder mit ihnen handelst, enden deine Risiken nicht an der deutschen Grenze. Selbst wenn du deine Ware ausschließlich an Kunden in Deutschland verkaufst, kann sie am Ende im Ausland landen. In der Versicherungswelt spricht man hier von einem indirekten Export.
Der feine Unterschied zum direkten Export
Beim direkten Export lieferst du deine Ware selbst aktiv ins Ausland oder lässt sie dorthin transportieren. Beim indirekten Export hast du auf den weiteren Weg deines Produkts keinen Einfluss mehr. Ein Abnehmer aus Deutschland kauft deine Ware und baut sie beispielsweise in eine größere Maschine ein, die er dann weltweit vertreibt. Verursacht dein Bauteil im Ausland einen Sach- oder Personenschaden, haftest du als Hersteller trotzdem.
Ein konkretes Praxisbeispiel
Ein metallverarbeitender Betrieb aus Mannheim liefert Spezialdichtungen an einen baden-württembergischen Maschinenbauer. Dieser verbaut die Dichtungen in Industrieanlagen und exportiert eine davon nach Ohio in die USA. Durch einen Materialfehler der Dichtung kommt es in der US-Fabrik zu einem schweren Schaden an der gesamten Anlage. Der US-Kunde fordert Schadenersatz. Da die Dichtung dein Produkt ist, wirst du in Haftung genommen – obwohl du nie direkten Kontakt in die USA hattest.
Wo die Lücken in der Produkthaftpflicht lauern
In einer guten Betriebshaftpflicht mit integrierter Produkthaftpflicht sind indirekte Exporte oft standardmäßig mitversichert. Doch die sprichwörtliche Falle schnappt meistens zu, wenn die Reise der Produkte nach Nordamerika geht. Die USA und Kanada haben ein extrem klagefreudiges Rechtssystem mit enormen Schadenersatzsummen. Viele Standard-Tarife schließen indirekte Exporte in diese Länder komplett aus oder begrenzen die Deckungssumme stark. Wenn du Zulieferer für Branchen bist, die global agieren, musst du deine Absicherung genau prüfen.
Mein Tipp:
Frag deine Kunden im nächsten Jahresgespräch ganz offen, wohin deren Endprodukte geliefert werden. Viele Zulieferer wissen gar nicht, dass ihre Bauteile über Umwege in den USA oder Kanada landen. Wenn du weißt, dass deine Abnehmer stark im nordamerikanischen Markt aktiv sind, passen wir deine Produkthaftpflicht gezielt an diese Exportrisiken an, damit dich kein teurer Regress kalt erwischt.
Ob deine aktuelle Betriebshaftpflicht auch bei solchen indirekten Exportrisiken verlässlich greift, klären wir am besten in einem kurzen, sachlichen Gespräch. Wir analysieren deine Abnehmerstruktur und gleichen sie mit den Bedingungen deines aktuellen Tarifs ab.
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Dieser Artikel dient als allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung für deinen Betrieb.
Häufige Fragen
Was ist ein indirekter Export und warum betrifft mich das?
Ein indirekter Export liegt vor, wenn du deine Produkte an einen deutschen Kunden lieferst, dieser sie aber weiterverarbeitet oder in größere Maschinen einbaut und ins Ausland verkauft. Verursacht dein Bauteil dort einen Schaden, wirst du als Hersteller haftbar gemacht, obwohl du selbst nie eine Auslandsrechnung geschrieben hast.
Hafte ich auch dann, wenn ich gar nicht wusste, dass meine Ware ins Ausland geht?
Ja, das Gesetz unterscheidet nicht, ob du den genauen Weg deiner Ware kanntest oder nicht. Sobald dein fehlerhaftes Produkt im Ausland einen Personen- oder Sachschaden verursacht, greift die Produkthaftung und du wirst direkt oder über Regressansprüche deines Kunden zur Kasse gebeten.
Sind indirekte Exporte in die USA und nach Kanada in meiner Betriebshaftpflicht versichert?
In vielen Standardtarifen sind indirekte Exporte nach Nordamerika komplett ausgeschlossen oder die Deckungssummen reichen bei weitem nicht aus. Da das Klagerisiko und die Schadenersatzforderungen in den USA extrem hoch sind, musst du diesen Baustein fast immer explizit vereinbaren und prüfen lassen.
Wie finde ich heraus, ob meine Produkte über Umwege im Ausland landen?
Der sicherste Weg ist das direkte Gespräch mit deinen Abnehmern in Deutschland. Frag sie beim nächsten Treffen ganz offen, in welche Länder sie ihre fertigen Produkte exportieren, damit wir deinen Versicherungsschutz exakt an diese realen Lieferwege anpassen können.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Betriebs- und Produkthaftpflicht von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
Bilder sind KI-generiert