Kürzung bei grob fahrlässiger Obliegenheitsverletzung um max. 20 % in der Betriebs- und Produkthaftpflicht
Was passiert bei einer Pflichtverletzung im Schadenfall
In der Betriebshaftpflichtversicherung gibt es klare Spielregeln, die du einhalten musst. Diese vertraglichen Pflichten heißen im Versicherungsdeutsch Obliegenheiten. Dazu gehört beispielsweise, dass du einen entstandenen Schaden unverzüglich meldest, Gefahrumstände nicht ohne Absprache veränderst oder gesetzliche Sicherheitsvorschriften im Betrieb strikt beachtest. Verletzst du diese Pflichten grob fahrlässig, darf der Versicherer die Leistung kürzen.
Das finanzielle Risiko der Quotelung
Nach den gesetzlichen Regelungen richtet sich die Kürzung nach der Schwere deines Verschuldens. Bei gravierenden Fehlern kann das bedeuten, dass die Versicherung die Zahlung im Schadenfall komplett verweigert. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Tiefbauunternehmen aus Mannheim beschädigt bei Baggerarbeiten ein Glasfaserkabel, ohne vorher die erforderlichen Leitungspläne eingeholt zu haben. Das gilt als grobe Verletzung der Sorgfaltspflicht. Entsteht dabei ein Drittschaden von 50.000 Euro, droht ohne die passende Vertragsklausel der vollständige Verlust des Versicherungsschutzes.
Die vertragliche Begrenzung der Kürzung
Gute Tarife für Gewerbebetriebe entschärfen dieses Risiko durch eine wichtige Klausel: Bei einer grob fahrlässigen Verletzung von Obliegenheiten wird die Kürzung der Leistung auf einen vertraglich festgelegten Höchstsatz begrenzt, beispielsweise auf maximal 20 Prozent des Schadens. Für deinen Betrieb bedeutet das eine enorme Sicherheit. Selbst wenn dir oder deinen Angestellten ein schwerer Fehler unterläuft, trägt der Versicherer im Ernstfall je nach vereinbarter Klausel immer noch einen Großteil, zum Beispiel mindestens 80 Prozent, der Schadensumme. Im Fall des beschädigten Glasfaserkabels müsstest du bei einer solchen 20-Prozent-Grenze maximal 10.000 Euro selbst tragen – die restlichen 40.000 Euro übernimmt die Haftpflicht.
Diese Deckelung gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Wenn du eine Pflicht vorsätzlich verletzt, den Schaden absichtlich herbeiführst oder arglistig handelst, entfällt der Versicherungsschutz weiterhin vollständig. Hier gibt es keine Schönfärberei: Vorsatz wird niemals versichert.
Mein Tipp:
Achte beim Abschluss deiner Betriebshaftpflicht genau darauf, ob und in welcher Höhe eine solche Begrenzung, zum Beispiel auf maximal 20 Prozent, vereinbart ist. Viele Tarife am Markt verzichten auf diesen Schutz und kürzen im Ernstfall nach freiem Ermessen – eine gesetzlich vorgegebene Kürzungsquote gibt es nämlich nicht. Das kann bei großen Haftpflichtansprüchen schnell empfindliche Summen kosten, die du aus eigener Tasche zahlen musst. Die Klausel ist ein kleiner, aber im Schadenfall entscheidender Baustein.
In einem persönlichen Gespräch prüfen wir deine bestehende Absicherung und gleichen die Obliegenheiten mit deinen täglichen Arbeitsabläufen ab. So stellen wir sicher, dass dein Betrieb bei Missgeschicken nicht ohne Deckung dasteht.
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Der Inhalt dieses Artikels dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung für dein Unternehmen.
Häufige Fragen
Was genau ist eine Obliegenheitsverletzung in der Betriebshaftpflicht?
Das sind Verstöße gegen vertragliche Spielregeln, die du einhalten musst. Dazu gehört zum Beispiel, dass du einen Schaden nicht unverzüglich meldest oder gesetzliche Sicherheitsvorschriften in deinem Betrieb missachtest.
Was bringt mir eine Begrenzung der Kürzung, etwa auf maximal 20 Prozent, im Ernstfall?
Ohne eine solche Klausel darf der Versicherer die Zahlung bei grober Fahrlässigkeit im Rahmen der Schwere des Verschuldens kürzen, im Einzelfall sogar vollständig verweigern. Mit einer entsprechenden Begrenzung trägst du selbst bei schweren Fehlern höchstens den vereinbarten Höchstsatz, zum Beispiel 20 Prozent des Schadens, selbst, während die Versicherung den Rest, zum Beispiel 80 Prozent, übernimmt.
Gilt diese Begrenzung auch, wenn ich einen Schaden absichtlich verursache?
Nein, bei Vorsatz und Arglist gibt es keine Deckelung. Wenn du eine Pflicht absichtlich verletzt oder den Schaden bewusst herbeiführst, erlischt dein Versicherungsschutz komplett und du musst den Schaden vollkommen allein bezahlen.
Gibt es Praxisbeispiele, bei denen diese Klausel meinen Betrieb vor hohen Kosten schützt?
Ja, wenn du beispielsweise bei Baggerarbeiten ein Glasfaserkabel beschädigst, ohne vorher die Leitungspläne einzuholen, gilt das als grob fahrlässig. Bei einem Schaden von 50.000 Euro zahlst du dank einer 20-Prozent-Begrenzung maximal 10.000 Euro selbst, statt auf den gesamten Kosten sitzenzubleiben.
Christian WillmannVersicherungsmakler in Mannheim
Betriebs- und Produkthaftpflicht von Deinem Versicherungsmakler Christian Willmann in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und im gesamten Rhein-Neckar-Kreis
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